Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte by Karlheinz Deschner

By Karlheinz Deschner

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Nicht nur Rezepte anzugeben, sondern vor allem Verst? ndnis und Anwendungswissen zu vermitteln conflict schon immer die St? rke dieses bew? hrten Lehrbuchs f? r die praxisorientierte Ausbildung. Dabei beschr? nkt es sich auf den f? r Studierende und Konstrukteure relevanten und ausreichenden Lehrstoff. Angehende und praktizierende Ingenieure werden damit bef?

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Auch Petrus predigt in der Apostelgeschichte, das berühmte Pfingstwunder, die Geistausgießung, sei »in den letzten Tagen« geschehen 68. »So harret denn standhaft aus, liebe Brüder, bis zur Ankunft des Herrn«, mahnt der Jakobusbrief. »Der Richter steht vor der Tür« 67. In der Didache beten die Christen: »Es komme die Gnade und es vergehe diese Welt … Maranatha« 68. Maranatha – »Komm, unser Herr«, war der Gebetsruf der ersten Christen. Sie wurden nicht müde, zum Himmel aufzuschauen, auf dessen Wolken sie Jesus leibhaftig erwarteten.

Lukas verschweigt auch die Flucht der Jünger bei Jesu Gefangennahme 74. Er zeichnet überhaupt ihr Verhalten in der Gethsemane-Szene günstiger. Sie schlafen nicht mehr aus Trägheit, sondern »vor Traurigkeit« 75. Lobt sie Jesus doch bei ihm geradezu: »Ihr aber seid es, die in meinen Anfechtungen bei mir ausgeharrt haben« 76. Kein Zweifel, daß hier – analoge Stellen seien übergangen – überall idealisiert wird. Menschliche Schwächen paßten bald nicht mehr zu den Vorstellungen der Christen von den ersten Gefährten des Herrn.

Niemals jedoch erwähnen sie die zweite Hälfte, in der Jesus den Aposteln noch zu ihren Lebzeiten seine Wiederkehr verheißt. Dieses ihnen offensichtlich peinliche und unverständliche Wort wird von Tertullian, Clemens, Origenes, Petrus von Alexandrien und Athanasius systematisch ignoriert; aber nicht nur in ihrer Exegese, sondern schon im Zitat 96! Wenn Jesus seine Jünger infolge des nahen Endes rasch, ohne überflüssige Kleidung und ohne Proviant durch Israels Städte eilen heißt, so deutet man das verlegen um.

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